Vorwort

 

von Hartmut Schafberg

Viel Wasser der Katharine ist in den acht Jahrhunderten der Existenz von Wintzingerode durch den Ort geflossen. Der Wasserlauf ist wahrscheinlich ein Grund für die Ansiedlung unserer Vorfahren in diesem schützenden Tal. Dieses Bächlein, mit seinem festen Terminplan, versorgte in seinem oberen Lauf Mensch und Tier mit dem lebensnotwendigen Nass, trieb zwei Mühlen an und ergoss sich über die Hahle und verschiedene Flüsse letztendlich bis ins Meer.

So wie das Wasser der Katharine im Ozean in Vergessenheit verschwindet, verliert sich auch das Andenken an die Menschen, die das Wasser zur Taufe ihrer Kinder, als Labsal gegen den Durst, zur Bewältigung einer Feuersbrunst, als Antrieb für Mühlwerke und zur Bewässerung ihrer Felder nutzten.

So wie das Wasser der Katharine im Ozean in Vergessenheit verschwindet, verliert sich auch das Andenken an die Menschen, die das Wasser zur Taufe ihrer Kinder, als Labsal gegen den Durst, zur Bewältigung einer Feuersbrunst, als Antrieb für Mühlwerke und zur Bewässerung ihrer Felder nutzten. {mospagebreak}Könnten wir die Spiegelbilder des Wassers zurückrufen, würde sich uns die Geschichte des Dorfes und seiner Menschen offenbaren, Wir würden den Fleiß der ersten Siedler bei der Urbarmachung der Ländereien, beim Bau der ersten Hütten und Häuser, das Streben der Menschen nach Wohlergehen, ihre Sorgen und Nöte, aber auch ihre Freude am Geschaffenen und Ihre Lebenslust erkennen. Wir würden Aufschluss erhalten, von woher sie kamen, über ihre Namen und welcher von ihnen unserem Dorf den Namen gegeben hat. Der erste Teil des Namens „Wint“ kann auf den Vornamen des Gründers hinweisen, die Silbe „inge“ ist eine Besitzanzeige und das Wort „rode“ bezeichnet eine kolonisatorische Tätigkeit.

Es ging aber nicht immer problemlos aufwärts in den Jahrhunderten. Kriege kamen über das Land, ganze Landstriche verödeten und ihre Bewohner wurden zu Opfern. Missgunst und Neid unter den Menschen, das Einstufen in Arm und Reich sowie persönliche Schicksalsschläge entzweiten die Menschen und brachten Not.

Es ging aber nicht immer problemlos aufwärts in den Jahrhunderten. Kriege kamen über das Land, ganze Landstriche verödeten und ihre Bewohner wurden zu Opfern. Missgunst und Neid unter den Menschen, das Einstufen in Arm und Reich sowie persönliche Schicksalsschläge entzweiten die Menschen und brachten Not. Für unser Dorf, wie für das ganze Eichsfeld, hatte die Zeit des Faustrechts, die mittelalterlichen Fehden, der Bauernkrieg von 1525 und der Dreißigjährige Krieg 1618 bis 1648 verheerende Auswirkungen. So wird das Dorf Witzungen unterhalb Wintzingerode vor dem Todtental gelegen, um 1100 eine Wüstung. Es ist wahrscheinlich das Witzungen der Mutterort der Siedlung Wintzingerode ist. Im Bauernkrieg wurde, neben der Zerstörung des Bodenstein, unser Ort in Mitleidenschaft gezogen. Auch der Dreißigjährige Krieg hatte bis ins 18. Jahrhundert sich auswirkende Folgen. Hier nur einige Zahlen. 1618 hatte das Eichsfeld  ca. 50.000 Einwohner, 1648 waren es noch 12.000 Menschen, 60.000 Stück Vieh waren in den Jahren geraubt worden.

Der erste und zweite Weltkrieg hinterlies spürbare Lücken. Unsere Gemeinde wurde zur neuen Heimat für viele Menschen aus den ehemaligen Ostgebieten. Die Bevölkerung wuchs auf etwa 800 Menschen, die alle Unterkunft und Versorgung benötigten. Viele von ihnen sind im Dorf geblieben und sind integriert. Die Wintzingeröder waren stets tolerant. Diese Toleranz wurde ihnen in der Vergangenheit als kleine evangelische Enklave auf dem Eichsfeld nicht immer entgegen gebracht.

Der erste und zweite Weltkrieg hinterlies spürbare Lücken. Unsere Gemeinde wurde zur neuen Heimat für viele Menschen aus den ehemaligen Ostgebieten. Die Bevölkerung wuchs auf etwa 800 Menschen, die alle Unterkunft und Versorgung benötigten. Viele von ihnen sind im Dorf geblieben und sind integriert. Die Wintzingeröder waren stets tolerant. Diese Toleranz wurde ihnen in der Vergangenheit als kleine evangelische Enklave auf dem Eichsfeld nicht immer entgegen gebracht. {mospagebreak}Unser Gemeinwesen hat keine über unser Land hinausgehenden Berühmtheiten in der Kunst, Literatur, Wissenschaft oder Technik hervorgebracht. Die Menschen waren aber rechtschaffend und haben alle Erschwernisse der Geschichte gemeistert. Das Gemeinwesen hat stets überlebt. Unser Ort hat immer Bewohner gehabt, die das Allgemeinwohl als Quelle für das eigene Wohl gesehen haben.

Diesem Ort, dieser Landschaft mit seiner reichen Flora und Fauna, diesen Menschen ist diese Schrift gewidmet. Die vergangenen 800 Jahre sollen in die Erinnerung gerufen werden mit dem Ziel, die Anforderungen der Gegenwart, die Herausforderungen der jüngsten  Zeit und die Zukunft mit Sachverstand, Weitblick und Toleranz zu meistern.

Diesem Ort, dieser Landschaft mit seiner reichen Flora und Fauna, diesen Menschen ist diese Schrift gewidmet. Die vergangenen 800 Jahre sollen in die Erinnerung gerufen werden mit dem Ziel, die Anforderungen der Gegenwart, die Herausforderungen der jüngsten  Zeit und die Zukunft mit Sachverstand, Weitblick und Toleranz zu meistern.

 

 

Dank sei an dieser Stelle allen gesagt, die durch die Mitarbeit zum Gelingen dieser Festschrift und der gesamten Feier beigetragen haben.

 

 

 

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