Die Hasenburg, obwohl heute nur noch in Fragmenten erhalten, ist jedoch die überregional bedeutendste Burganlage des Eichsfeldes. Der Name Hasenburg geht auf das germanische Wort "asenberc" Götterberg zurück. Seit der Jungsteinzeit bis ins hohe Mittelalter (12 Jh.) ist eine Besiedlung nachgewiesen. Es gibt Verbindungen zum Westen (Schnurkeramiker zw. 2400 - 1800 v.Chr.) und Südwesten (Glockenbecherleute zw. 2200 - 1700 v.Chr.), aus der Bronzezeit sind Urnenfelder an der Südseite erhalten. Der Berg diente immer wieder als Zufluchtstätte, besonders in der Zeit der Eisenzeit als Bevölkerungswellen aus dem Süden, später aus dem Norden nachdrängten. Während des römischen Kaisereiches gab es auf dem Berg wahrscheinlich eine germanische Kultstätte. Bis zum 7. Jh. fehlen weitere Belege, für das 8. und 9. Jh. konnte keine Besiedlung nachgewiesen werden.Einen neuen Höhepunkt bringt das 11. Jh. mit der Zeit der salischen Kaiser. Die Hasenburg wird eine der wichtigen Reichsburgen Heinich IV. 1074 wird die Anlage im sächsisch-thüringischen Aufstand gegen Heinrich IV. zerstört, aber als prachtvoller Bau nach 1075 neu aufgebaut. Aus dieser Zeit ist das gewaltige Kammertor erhalten. Bis ins späte Mittelalter hinein muß die Burg exisitert haben. Das Schicksal der Hasenburg ist stark mit der Heinrich IV. verbunden, aus dieser Zeit atmet die Ruine und der Berg Geschichte. Während heidnisch, germanischer Zeit herrschte über den Asenberg ein Gaufürst des Ohmfeldgaus. Germanische Stämme besiedelten das Gebiet bis zum Zeitpunkt des Vordringens der Franken mit ihren heidnischen Bräuchen und Göttern. Der Hasenberg wird zu dieser Zeit ein nur für Auserwählte zu besteigendes Hochplateau gewesen sein, auf dem wahrscheinlich seit fühester Zeit auch Befestigungen angelegt waren.

531 endete das Thüringer Königreich mit dem Eindringen der Franken. Die Hasenburg wird dadurch Grenzfeste gegen die Sachsen. Mit dem Vordringen der Franken kam auch das Christentum ins Eichsfeld. Clodwig, nachdem er zum röm.-kath. Glauben gewechselt war, wurde von Rom gegen die Alemannen und Westgoten bei der Christianisierung unterstützt. So kamen bereits im 6. Jh. iro-schottische Mönche ins alemannische Gebiet. Den Höhepunkt brachte der Mönch Winfried, der den Namen des heiligen Bonifatius angenommen hatte und von Friesland bis Bayern missionarisch wirkte. Besonders fleißig war er in Hessen und Thüringen. Zwischen 716 und 722 tobten auf dem Eichsfeld heftige Grenzkämpfe zwischen den Sachsen und den Franken unter Karlmann. Missionare und damit auch Bonifatius waren erheblich gefährdet, beharrten doch die Thüringer, Hessen und Sachsen auf ihrer Götterverehrung. Um diesen Bräuchen ein Ende zu bereiten, griff Bonifatius zu teilweise drastischen Maßnahmen. So fällte er z.B. dem Gott Thor geweihte Eichen. 742 erließ Karlmann einen Erlaß gegen jegliche heidnischen Bräuche, bei Androhung der Todesstrafe. Im 9. Jh. war auf die Ausübung heidnischer Zauber das Ertränken oder Verbrennen angedroht. Im Laufe der Zeit vermischten sich die ansässigen Thüringer und Sachsen mit den siegreichen Franken.
Die seit 300 Jahren von den Franken besetzte Hasenburg erfuhr 1068/69 unter Heinrich IV. wesentliche Umbauten, die darauf schließen lassen, daß die Hasenburg eine wichtige Stellung unter den Reichsburgen inne hatte. Heinrich IV., als Kind auf den Thron gekommen, versuchte die Regionalfürsten unter eine starke Zentralgewalt zu fügen. Dafür brauchte er starke Ministerialburgen, um seinen Einfluß zu sichern und Zufluchtsorte zu haben. Die Königsburgen wurden für die umliegend wohnenden Menschen zu einer Quelle der Willkür und Bedrängnis, mußten sie doch jetzt 2 Herren dienen, ihren Feudalherren und den fränkischen Burgbesatzungen.
Neben den innenpolitischen Problemen plagte sich Heinrich IV. auch noch mit den Machtinteressen des Papstes herum. Ursache war natürlich die verhängnisvolle Leidenschaft Heinrich IV. für Italien, wo er nach Lust und Laune Bischöfe einsetzte. Seinen Höhepunkt und damit auch der Sieg der Partikularkräfte in Deutschland erreichte der Streit mit der Bannung Heinrichs durch Papst Gregor III. Im Zuge der Auseindersetzungen zwischen Heinrich und den Landesfürsten zwischen 1070 - 1075 wurde auch die Hasenburg mehrmals belagert, zerstört und wieder aufgebaut. Am 9. Juni 1075 kam es zum Entscheidungskampf zwischen Hinrich und den Adligen in dem Heinrich siegte. Lange konnte sich Heinrich nicht dieses Triumpfes freuen, denn in Papst Gregor III. hatte er einen hartnäckigen Gegner und seine Feinde einen starken Verbündeten.Nach der Regierungszeit Heinrich IV. kam im Zuge der Regionalisierung die Hasenburg, wie auch andere Burgen, in die Hand des Regionaladel. Dieser war in ständige Machtkämpfe untereinander verwickelt, so daß anzunehmen ist, daß die Hasenburg bis zu ihrem Untergang im 14. Jh. mit starken Wehranlagen ein Machtzentrum gewesen ist. Mit dem Aufblühen der Städte und dem Wandel von feudalen zu bürgerlichen Strukturen verloren die Burgen ihre Bedeutung, viele Adlige versuchten durch "Raubrittertum" ihre Macht zu erhalten.{mospagebreak}Für den Handel stellten die ständigen Übergriffe des Rittertums eine ernsthafte Bedrohung dar, weshalb viele Burgen von Bürgerwehren zerstört wurden. Spätestens mit der Entwicklung der Feuerwaffen hatten die Burgen ihre strategische Bedeutung verloren und wurden verlassen und damit dem Untergang geweiht.
Auf der Hasenburg hatte sich über die gesamte Zeit die leichte Bauweise mit Holzkonstruktionen und Blockhütten aus salischer Zeit erhalten, weshalb heute außer dem Kammertor und einigen Fundamenten kaum Reste überirdisch erhalten geblieben sind.
Nach der Zeit als Reichsburg wechselt die Hasenburg mehrfach den Besitzer. Als erster wird ein Widelo von Bilstein genannt. Auf ihn soll die Gründung des Dorfes Wallrode zurückgehn. Der Stammsitz der Grafen von Bilstein lag auf der Burg Bilstein über dem Höllental nordwestlich der Werra. Sie haben weiterhin das Dorf Buhla gegründet und müssen mit den Adligen der umliegenden Dörfer Craja, Asla, Ascherode und Wallrode ein enges verwandschaftliches Verhältnis gehabt haben, tauchen doch in vielen Urkunden immer wieder dieselben Personen auf. Aus der Linie der Bilsteiner ging eine Reihe kleiner, auf den Dörfern ansässiger Adelsgeschlechter hervor.
Mitte des 18. Jh. waren auf der Hasenburg noch sichtbare Ruinen zu finden, die im 19. Jh. bereits verschwunden waren. Worauf das zurückzuführen ist, ist bis heute nicht geklärt. Vielleicht wurden, wie bei anderen Burgruinen auch, die Steine abgebrochen und zum Bau der Herrensitze auf den Dörfern verwendet. Man darf auch nicht vergessen, daß zur Zeit der Nutzung der Hasenburg der Berg waldfrei war und sich in den Ebenen weite Wälder erstreckten. Heute stellt sich das Bild genau andersherum dar. Die Hochebene des Hasenberges wurde über viele Jahrhunderte hinweg auch landwirtschaftlich genutzt. Dies führte in der Zeit nach der Hasenburg zu einer weiteren Zerstörung der archeologischen Bodendenkmäler. Seit in den 50 Jahren die Nutzung eingestellt wurde, hat das Gras wieder die Oberhand gewonnen, ein Teil des Bergrückens ist aufgeforstet worden.

hasenburg huette

hasenburg tor2

hasenburg tor3

kemenate hasenburg

Joomla templates by a4joomla