1.Ein historischer Rückblick
von Wolfgang Oswald
1.1 Warum kamen die Menschen hierher, und begannen zu siedeln?
Gehen wir in unseren Gedanken in der Geschichte einige tausend Jahre zurück.
Lange vor der Völkerwanderung (diese war um 375 n. Ch., und begann mit dem Hunnensturm) waren es germanische Stämme, die hier einwanderten. Bereits Tacitus, der den Feldzug der Römer nördlich der Alpen beschrieb, vermerkte um 100 „Die Germanen selbst möchte ich für Ureinwohner halten und keinesfalls für Mischlinge infolge von Zuwanderung und gastlicher Aufnahme fremder Stämme.“

Die Hasenburg, obwohl heute nur noch in Fragmenten erhalten, ist die überregional bedeutendste Burganlage aus dieser Zeit im Eichsfeld. Der Name Hasenburg geht auf das germanische Wort „asenbere“ Götterberg zurück.

Seit der Jungsteinzeit (sie begann um 8000 v. Chr. und endete 3000 v. Chr.) bis ins hohe Mittelalter (12. Jh.) ist eine Besiedlung dieser „Burg“ nachgewiesen.{mospagebreak}

Der Schüler Franz Seidenek aus Ferna fand 600 Meter südlich der Puchmühle eine „breitnackige Steinhacke“ aus „vorgeschichtlicher Zeit“, so informiert Dr. Johannes Müller in der Zeitschrift „Unser Eichsfeld“ im Jahr 1936. Das „Fundstück“ wurde von Lehrer Eckhardt aus Ferna im Museum zu Heiligenstadt abgegeben.

Die hier einwanderten waren also Menschen, die Getreideanbau und Haustierhaltung; die Tongefäße, Steinwerkzeuge und Gewebe; die Kupferverarbeitung und die Töpferscheibe; die das Rad und den Wagen kannten und die das Pferd bereits domestiziert hatten.

Es waren also Menschen mit Sinn und Verstand. Sie lebten in Stammesverbänden, in Sippen und kannten das Gemeinwesen.{mospagebreak}

Der Hauptgrund für einen Stammesverband sein Gebiet zu verlassen und ein neues zu besiedeln, war die Sicherung der Nahrungsgrundlagen für die Sippe. Der Ackerbau und die Viehzucht waren noch nicht so ausgeprägt, wie das heute der Fall ist. Wenn der Boden nichts mehr her gab, das Wild weniger wurde, zog man dorthin, wo es reichlich vorhanden war – in ein neues Gebiet.

Das Eichsfeld  - übrigens zu dieser Zeit hieß es vermutlich noch nicht so, erst 897 n. Chr. wird es in einer Urkunde erstmalig als solches erwähnt – war ein dicht bewaldetes Gebiet, durchzogen von vielen Bachläufen, die aus zahlreichen Quellen gespeist wurden.

Dieses Gebiet war auch ein Grenzraum der ständig umstritten war zwischen Sachsen, Thüringen und Franken.{mospagebreak}

Wald bedeutete für seine Bewohner einen sicheren Schutz zu haben, bedeutete Wild und damit Nahrung, bedeutete aber auch, dass ausreichend Baumaterial vorhanden war, um die nötigen Behausungen zu errichten, Werkzeuge herstellen zu können und das genügend Brennmaterial zur Verfügung stand.

Und hier, um das Ohmgebirge herum waren eben diese Bedingungen gegeben.

Aus drei Quellen gespeist, entsprang die Katharine. Um den 25. November eines jeden Jahres (dem Katharinentag)  führt sie wieder Wasser, während sie den Sommer über trocken ist. Dazu der Ramsbach und nicht zuletzt die Hahle, sorgten das ganze Jahr hindurch für ausreichend Nass. Ansiedlungen aus der Zeit vor Christus lassen sich aber heute an unserem Standort nicht mehr nachweisen.

Wahrscheinlich war es eher ein Jagdgebiet derer, die bereits zu dieser Zeit in der Gegend der Hasenburg siedelten.{mospagebreak}

1062 wird die Siedlung Witzungen erstmals urkundlich erwähnt. Wintzingerode soll – so wird behauptet – eine „Tochtersiedlung“ der Wüstung Witzungen gewesen sein.

1100 war eben dieses Witzungen „wüst“, so sagen es die Geschichtsschreiber, und seine Bewohner haben ein Stück östlich davon den Ort Wintzingerode gegründet, d.h. Rodungen der Söhne des Winzo aus Witzungen.

Im frühen Mittelalter gab es keine, die Familien unterscheidende Namen, aber schon so etwas wie Familien-Vornamen. Erst mit Beginn des 12., 13. Jahrhunderts vollzog sich in großem Umfang die Wahl der Familien unterscheidenden Namen. Bei den sächsischen Königen herrschten die Namen Heinrich und Otto vor. Später nannten sich die Adeligen nach ihrem Stammsitz: Friedrich von Falkenburg oder Konrad von Greifenstein oder eben auch Bertholdus de Wintzingerotd, der aus Wint (Weinrich – Heirich) zin (seine) rode (Rodung) hervorging.

Die Ortsnamen sind also älter, als die der Geschlechternamen – der Familiennamen.

Zu dieser Zeit stand das Eichsfeld unter sächsischem Einfluss.

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