1.7 Der Gesundbrunnen


 

1724 wird in Langensalza über den Gesundbrunnen in einem Zeitungsbericht informiert, so würde man es heute sagen. (Zitat)

 

"Dieser Gesundbrunnen ist ein unscheinbares Quellwasser inmitten eines Waldes, der Gräflich von Wintzingerode?schen Forstverwaltung bei Wintzingerode. Der Gesundbrunnen ist schon vor vielen Jahren entstanden, im 1723. Jahre aber und zu Anfang des 1724. wurde selbiger wegen dieser Wunderkuren bekannt."


 

Weiter heißt es an anderer Stelle: "..., bis hernach von ungefähr einige kranke Bauern und blinde Bettel-Leute, welche nicht alleine aus solchem Brunnen getrunken, sondern auch mit demselben Wasser sich gewaschen, auf einem Male von dem Brunnen gesund geworden und ihr voriges Gesicht wieder erlanget. ... Sonderlich hat man Nachricht erhalten, dass von Pfingsten 1723 bis Ostern 1724 viele Leute, welche desperatesten Krankheiten als Krebs, Krätze, welche wie ein Aussatz gewesen, in sich gehabt, am meisten aber blinde Leute und in ganz contact gewesen, in kurzer Zeit, das sie das Wasser getrunken und äußerlich gewaschen, sonderlich aber, da sie auf die contracten Glieder den Schlamm gebunden, dadurch gesund und völlig restistuiret worden." Soweit das Zitat aus dem Bericht von 1724.


 

Den Gesundbrunnen gibt es noch heute. In etwas abgeänderter Form, sprudelt er nach wie vor aus dem Berg im ?Silbergrund? abseits eines gut zu laufenden Wanderweges. Er hat seine Form durch den Erdbruch und Erdrutsch von 1798 verändert. Die ursprüngliche Quelle wurde 1798 verschüttet. Später trat er jedoch, einige Meter oberhalb der Verschüttung, wieder zutage und so ergießt er sich heute noch in das Tal.


 

Freilich pilgern heute keine Besucherscharen mehr in den Silbergrund oberhalb von Wintzingerode, um den Gesundbrunnen zum Zwecke der Heilung aufzusuchen, aber sein Wasser ist klar und rein, wie eh und je . Und einen Versuch ist es allemal wert, beschreibt man es doch wie folgt: ?... und hat einen lieblich süßen Geschmack. Wie es scheint, so führt solches Wasser sehr flüchtige alcalische Teilchen bei sich, welches von einer all da vermuteten Goldmiene kommen soll. Schon manchem Waldarbeiter, Gespannführer oder auch einheimischen Spaziergänger hat in der sommerlichen Hitze ein willkommener Schluck dieses so köstliche Wasser eine wohlempfundene Erfrischung gebracht. ... Nicht jeder aber wird wissen, dass diese Quelle vor mehr als 200 Jahren solche Heilkraft zugesprochen wurde, wie sie dieser alte Bericht aus dem Jahre 1724 schildert.? (Ende des Zitats)


 

Wenn das 1724 geschrieben wurde, was nicht angezweifelt wird, dann war diese Quelle schon seit vielen Jahrhunderten nicht nur eine Wasserentnahmestelle der Einwohner von Wintzingerode, dann kannten sie wahrscheinlich auch schon die Leite des Winzo aus Witzungen, als sie hier anfingen zu siedeln.

 


 

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