4. Bodenstein als Ortsteil von Wintzingerode

von Hartmut Schafberg

 

Die Burg Bodenstein war über Jahrhunderte hinweg Mittelpunkt und Zentrum der Herrschaft Bodenstein. Von hier aus wurde die Herrschaft verwaltet, welche die Dörfer Kaltohmfeld, Kirchohmfeld, Tastungen, Wehnde und Wintzingerode umfasste. Die Herrschaft Bodenstein besaß die Patrimonialgerichtsbarkeit über ihre Dörfer und seine Bewohner. Diese Form der Gerichtsbarkeit wurde mit der Gründung des Königreiches Westfalen unter Napoleon abgeschafft und nach der Befreiung vom napoleonischen Joch in der alten Form nicht wieder eingeführt. Die Gerichtsbarkeit wurde durch das Königlich Preußische- Land- und Stadtgericht Worbis wahrgenommen. So wurde die Burg Bodenstein nach und nach zu einem Ortsteil und Bestandteil der Gemeinde Wintzingerode. Dieser Ortsteil umfasste die Burg, das Gut und wenige Häuser für Bedienstete. Im Adressbuch des Jahres 1941 werden als Bewohner im Ortsteil Bodenstein die Familien Oswalt Alter,  Karl Eberhardt, Gottlieb Ernst, Moritz Schirmer, Leonard Seiler und von Wintzingerode genannt. Anfang 1945 kommen immer mehr Menschen aus den ehemaligen Ostgebieten auch in unsere Region. Auch die Burg Bodenstein bietet vielen Familien Unterkunft. Am 12.04.1945 erscheinen amerikanische Soldaten auf Bodenstein. Am 04.06.1945 wird das Obereichsfeld an die sowjetische Besatzungsmacht übergeben. Am 12.08.1945 wird der Bodenstein durch Russen besetzt, eine Kommandantur eingerichtet und das Gut in Verwaltung genommen. In der sowjetischen Besatzungszone wird am 16.09.1945 das Bodenreformgesetz verkündet. Im Ortsteil Bodenstein wurde am 10.11.1945 der gesamte Besitz des Heinrich-Jobst Graf von Wintzingerode enteignet. Nach Aufzeichnungen wurden enteignet:   die Burg mit den gesamten Anlagen, 120,22 ha Ackerland, 1,00 ha Gartenland,    15,70 ha Wiesen, 37,30 ha Weiden, 801,38 ha Wald. In der darauf folgenden „gesetzlosen“ Zeit hat namentlich die Burg Bodenstein sehr gelitten. Viele wertvolle Gegenstände, Kunstschätze und Schriften wurden geplündert oder manchmal auch aus Unkenntnis zerstört. Nach längerem hin und her wird die Burg am 01. August 1947 durch Beschluss der Landeskommission zur Durchführung der Bodenreform der evangelischen Kirch übereignet. In der darauf folgenden „gesetzlosen“ Zeit hat namentlich die Burg Bodenstein sehr gelitten. Viele wertvolle Gegenstände, Kunstschätze und Schriften wurden geplündert oder manchmal auch aus Unkenntnis zerstört. Nach längerem hin und her wird die Burg am 01. August 1947 durch Beschluss der Landeskommission zur Durchführung der Bodenreform der evangelischen Kirch übereignet. „Das Schloß Bodenstein, einschließlich des zum Schloß gehörenden Grund und Bodens, wird der evangelischen Kirche, vertreten durch den Landesbischof Berlin, für die Zwecke der Errichtung einer kirchlichen Ausbildungsstätte sowie eines Freizeitheimes mit Wirkung vom 01.10.1947 übereignet.“ Vorherige Pläne, in der Burg ein Heim für Opfer des Faschismus, ein Museum der Eichsfelder Kultur und Heimatforschung, eine Jugendburg oder ein FDGB Erholungsheim zu errichten, wurden verworfen. Am 14.06.1948 übernahm Frau Elisabeth Hertel die Burg als Heimleiterin. Im August 1948 kamen bereits die ersten Gäste auf den Bodenstein. Frau Hertel wurde am 15. Oktober 1948 durch Schwester Ruth Misch abgelöst. Unter unsagbaren Schwierigkeiten wurden die ersten Erholungsaufenthalte für Flüchtlingsfrauen organisiert. Viele junge Frauen und Mädchen erlernten die Haus- und Wirtschaftsarbeit und wurden in vordiakonischen Tätigkeiten ausgebildet. Diese segensreiche Arbeit hat die Burg bis zum heutigen Tag im Diakonischem Werk fortgesetzt, natürlich heute unter anderen Bedingungen. Insbesondere nach der umfassenden Renovierung der Burg 1991 bis 1994, zählt die Burg zu den gefragtesten Häusern des Eichsfeldes. Die durch die Bodenreform enteigneten Ländereien und Waldungen der Familie v.W. wurden an landlose und landarme Bauern sowie an die Einwohner der umliegenden Gemeinden verteilt. Die auf dem Bodenstein wohnenden Flüchtlinge aus den Ostgebieten sowie ehemalige Landarbeiter wurden Neubauern, erhielten Boden sowie eine Waldparzelle. Am 14.06.1948 übernahm Frau Elisabeth Hertel die Burg als Heimleiterin. Im August 1948 kamen bereits die ersten Gäste auf den Bodenstein. Frau Hertel wurde am 15. Oktober 1948 durch Schwester Ruth Misch abgelöst. Unter unsagbaren Schwierigkeiten wurden die ersten Erholungsaufenthalte für Flüchtlingsfrauen organisiert. Viele junge Frauen und Mädchen erlernten die Haus- und Wirtschaftsarbeit und wurden in vordiakonischen Tätigkeiten ausgebildet. Diese segensreiche Arbeit hat die Burg bis zum heutigen Tag im Diakonischem Werk fortgesetzt, natürlich heute unter anderen Bedingungen. Insbesondere nach der umfassenden Renovierung der Burg 1991 bis 1994, zählt die Burg zu den gefragtesten Häusern des Eichsfeldes. Die durch die Bodenreform enteigneten Ländereien und Waldungen der Familie v.W. wurden an landlose und landarme Bauern sowie an die Einwohner der umliegenden Gemeinden verteilt. Die auf dem Bodenstein wohnenden Flüchtlinge aus den Ostgebieten sowie ehemalige Landarbeiter wurden Neubauern, erhielten Boden sowie eine Waldparzelle. Folgende Neubauern erhielten eine Siedlerstelle in den vorhandenen Altbauten: Alter Oswalt, Alter Oswalt, Müller Gustav, Schulz, Siegismund Schulz Siegismund, Schuchardt Eugen, Seyffert Richard, Seyffert Richard An der Strasse nach Adelsborn wurden vier Neubauernsiedlungen errichtet. Dafür wurde zum größten Teil Baumaterial aus dem Abriss der Herrenhäuser von Adelsborn und Wehnde verwandt. In diesen Häusern siedelten sich an: Grunewald Fedor, Grunewald Fedor, Heitmann Gustav, Manns Jacob, Manns Jacob, Spitzer Wilhelm. Die Bodensteiner Gärtnerei wurde den Brüdern Willi und Karl Hube übereignet. Diese Entscheidung wird wenige Monate später revidiert und die Gärtnerei an Ernst Kuhn übergeben. Die Bodensteiner Gärtnerei wurde den Brüdern Willi und Karl Hube übereignet. Diese Entscheidung wird wenige Monate später revidiert und die Gärtnerei an Ernst Kuhn übergeben. In der Zwischenzeit hatten sich seltsame Ereignisse auf dem Bodenstein abgespielt. Der silberne Tafelschatz der Burg war auf mysteriöse Art und Weise verschwunden. Er soll im Komposthaufen der Gärtnerei vergraben gewesen sein.

Am 07.02.1946 werden einige Personen festgenommen und der ehemalige Gärtner verhört. Am 13.02.1946 abends wird die Kiste mit dem Silber vor der Tür des damaligen Bürgermeisters abgestellt und danach in der Sparkasse eingelagert. Obwohl in der Folgezeit noch einige Menschen verhört werden, verliert sich die Spur der Silberbestecke. 

Am 07.02.1946 werden einige Personen festgenommen und der ehemalige Gärtner verhört. Am 13.02.1946 abends wird die Kiste mit dem Silber vor der Tür des damaligen Bürgermeisters abgestellt und danach in der Sparkasse eingelagert. Obwohl in der Folgezeit noch einige Menschen verhört werden, verliert sich die Spur der Silberbestecke. Im Adressbuch des Eichsfeldes finden wir im Jahr 1948 folgende Familiennamen im OT Bodenstein: Am 07.02.1946 werden einige Personen festgenommen und der ehemalige Gärtner verhört. Am 13.02.1946 abends wird die Kiste mit dem Silber vor der Tür des damaligen Bürgermeisters abgestellt und danach in der Sparkasse eingelagert. Obwohl in der Folgezeit noch einige Menschen verhört werden, verliert sich die Spur der Silberbestecke. {mospagebreak}Im Adressbuch des Eichsfeldes finden wir im Jahr 1948 folgende Familiennamen im OT Bodenstein:            Alter, Artur – Verwalter, Alter, Oswalt – Landwirt, Alter, Oswalt – Landwirt   Ernst, Gottlieb– Landwirt, Fredesack Artur – Verwalter,  Fritsche, Rudolf – Polizeiwachtmeister, Gottstein  Josef – Arbeiter, Gottstein  Josef – Arbeiter Gottstein Karl  - Rentner, Grunewald Theodor – Landwirt, Grunewald Theodor - Landwirt, Hacke, Erich – Arbeiter, Heitmann, Gustav - Landwirt, Kuhn Ernst – Gärtner, Manns Jakob - Landwirt,  Müller, Arthur – Dolmetscher, Müller Gustav  - Landwirt  Piller Peter – Stellmacher, Puchstein Alfred – Landwirt, Rassl Alma - ohne Beruf  Reinecke Ruth - ohne Beruf, Remond Wilhelm – Arbeiter, Richter Marie - ohne Beruf  Schuchardt Eugen – Landwirt. Schulz Sigismund – Landwirt, Seiler Leonard  - Melker und Schweizer  Seyffert Richard – Landwirt, Spitzer Wilhelm – Landwirt, Zoppelt Else - ohne Beruf  

Das Dorf Wintzingerode hatte zu diesem Zeitpunkt zusammen mit dem Ortsteil Bodenstein 850 Einwohner. Viele Namen existieren nicht mehr auf dem Bodenstein, andere sind hinzugekommen, einige haben auf dem Bodenstein eine neue Heimat gefunden. Wir können sicher erkennen, wie sich der Bodenstein gewandelt hat. Einst Verwaltungssitz der gleichnamigen Herrschaft, dann viele Jahre landwirtschaftlich geprägt aber auch schon mit einer Erholungsfunktion für die Region und darüber hinaus. Heute prägt die Familien- Erholungs- und Begegnungsstätte der evangelischen Kirche  mit ihren in die Tausende gehenden Übernachtungen im Jahr den Ortsteil. Eine attraktive Gaststätte mit Hotel, ein Ausbildungszentrum des Deutschen Roten Kreuzes sowie schmucke Wohnstätten für die Ruhe suchenden Bürger sind das heutige Aushängeschild des Bodenstein.   

 

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