Geht man vor der Brücke links eine kleine Treppe hinab, gelangt man auf die Planie, der das Planiehaus seinen Namen verdankt. Sie wurde Anfang des 19. Jh. durch Graf Georg Ernst Levin v.W. nach dem Vorbild der Planie auf dem Stuttgarter Schloßpaltz angelegt. Heute ist die Planie als Rosengarten angelegt. Von ihrer Westmauer aus hat man den wohl schönsten Blick auf die Burganlage, den Terassengarten und die Freilichtbühne unterhalb der Zugbrücke. An der rechten Ecke der Planie steht der Planieturm, der im Sommer als Teetürmchen genutzt wird. Dieser Turm ist ein Rest der um 1670 geschleiften alten Verteidigungsanlage und wurde damals in den neu entstehenden Schloßgarten einbezogen.
Von der Planie hinab kann der Besucher unter der Brücke hindurch von Norden her den Rundgang um das Schloß fortsetzen. Zur linken liegt der Nordost- oder Kapellenflügel und der Bereachter erblickt die auf 1668 datierten gotischen Fenster der barocken Kapelle.
Danach gelangt man zum ehemaligen Zwinger der Hauptburg. Wo heute der Berghang direkt ins Tal abfällt, erhob sich im Mittelalter die äußere Ringmauer. An der nordwestlichen Ecke der Burganlage angelangt, findet der Besucher die Ruine der sogenannten Vorburg, die auch als Kornhaus bezeichnet wird. Das dreistöckige Gebäude dienste im Mittelalter als Mannschafthaus und ist nach der Schleifung der Befestigungsanlagen verfallen. Während des Verfalls wurde das Gebäude vorübergehend als Kornspeicher genutzt, daher auch die ebenfalls verwendete Bezeichnung Kornhaus. Angeblich soll Martin Luther in diesem Haus noch vor dem Bauernkrieg gepredigt haben. Erwiesen ist, daß der große Saal im 1. Stockwerk vor der Einweihung der Schloßkapelle als lutherisches Gotteshaus gedient hat, da er der größte verfügbare Raum auf der Burg war. Zeitweilig kamen hier an jedem Sonntag die Bevölkerung der Herrschaft Bodenstein, der evangelische Adel des Eichsfelds und Teile der Duderstädter Bürgerschaft zusammen, da anderswo keine lutherischen Gottesdienste erlaubt waren.
Wenn der Besucher die Westseite der Hauptburg passiert sieht er am Abhang gegen das Silberbachtal den Rest eines runden Wehrturms, der ebenso wie das alte Mannschaftshaus Teil der äußeren Ringmauer gewesen ist. Links oben sehen wir den südwestlichen Eckturm. Sein ungewöhnlicher halbkreisförmiger Grundriß ist durch die Tatsache zu erkläten, daß gegen Mitte des 16. Jh. der Westflügel bis auf die zum Innenhof gerichtete Mauer abrutschte und des Berg hinunter stürzte. Er wurde danach lediglich in verkleinerter Form wiede raufgebaut. hinter und oberhalb des neu errichteten Neuen Speisesaals liegen die massive Außenmauer des Mittelflügels, die früher die Innenmauern des Gebäudes waren. Auch in der Dachkonstruktion des Flügels und deren Anbindung an den Dachstuhl des angrenzenden Südflügels ist diese Zäsur der Baugeschichte zu erkennen.
Um den halben Eckturm herum gelangt man in den eigentlichen Schloßgarten.
Zur linken erblickt der Besucher den nach dem Bauernkrieg neu aufgezogenen Hauptflügel und die Gartenterassen, die aus den im 17. Jh. zerstörten Befestigungsanlagen entstanden sind. Auf einer der Terassen ist eien kleine Büste in die Mauer eingelassen, die dem Erbauer der Gartenanlagen Heinrich Jobst darstellt. Er hat sich noch an mehreren Stellen innerhalb der Burganlage verewigt. An der Planiemauer, die an der Südostecke des Gartens sichtbar wird, fällt die große neugotische Gedenktafel auf, die unte einem Erker angebracht ist. Sie erinnert an die Gräfin Äone von Wintzingerode, die 1835 erst 35-jährig verstarb und einen zweijährigen Sohn sowie ihren Ehemann, den württembergischen Außenminister Graf Heinrich Levin zurückließ. Der ihr gewidmete Spruch: "Aus der Sonne ewger Liebe war der schönste Strahl in ihr engelrein herabgesandt" bezeugt die für ihre Zeit nicht untypische Verbindung von aufklärung und Pietismus (Mystik der Neuzeit). Die drei Symbole Kreuz, Herz und Anker stehen für Glaube, Liebe und Hoffnung. Einer der drei Schwibbögen der Schloßbrücke wurde im 19. Jh. zu einer künstlichen Grotte umgestaltet. In den Anfangsjahren des Kirchlichen Müttererholungsheimes auf dem Bodenstein ab 1947 wurde sie infolge der schlechten Versorgungssituation vorübergehend als Schweinestall genutzt.{mospagebreak}

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