Die Gründung des Klosters Reifenstein geht auf das Jahr 1162 zurück, in dem der Graf Ernst von Tonna/Gleichen Zisterziensermönche aus dem Kloster Volkenroda bei Mühlhausen hier ansiedelt. Ob die in der Nähe liegende "Alte Burg", eine noch aus heidnischen Zeiten stammende Kult- und Zufluchtsstätte für die Dörfer des Ohmfeldgaus den Ausschlag dafür gegeben hat, bleibt Vermutung. 1206 wird das Kloster und die Lebensweise der Zisterzienser von Papst Innozens III. bestätigt, 1209 beginnt der Bau der ersten Klosterkirche. In der Folgezeit erblüht das Kloster wirtschaftlich und vermehrt seinen Besitz. 1294 kommt Reifestein wie das gesamte Eichsfeld unter Mainzer Herrschaft. 1308 übernehmen die Mönche das St.-Elisabeth Hospital in Eschwege und 1342 das Hospital in Langensalza, beides bleibt bis zur Reformation bestehen.Der Reichtum des Klosters weckte aber auch hier wie an anderen Stellen Begehrlichkeiten. So überfallen 1514 Mühlhäuser Bürger das Kloster und richten großen Schaden. 1524 schleift das Bauernheer das Kloster und der ehemalige Reifensteiner Mönch und Mitsteiter Heinrich Pfeifer brennt das Kloster bis auf die Grundmauern ab. Zwischen 1582 und 84 wird die Klosterkirche wieder aufgebaut. Der nächste Ärger kam 1622 in Person Herzog Christian von Braunschweig über das Kloster, der es überfiel und plünderte. Als nächste raubten die Schweden 1631 das Kloster aus.

1690 wird Wilhelm Steit aus Dingelstädt Abt und eine neue Aufbauphase beginnt, aus der die heutige Form der Gebäude stammt. Ab 1737 wird die dritte Klosterkirche gebaut und 1743 eingweiht. 1803 teilt das Kloster Reifenstein das Schicksal vieler anderer kirchlicher Einrichtungen - es wird preußisch und säkularisiert. Durch die nun weltliche Nutzung entsteht schwerer Schaden. So wird die Klosterkirche als Scheune genutzt und alles entfernt, was nicht mehr benötigt wird. Damit geht den Christen im Eichsfeld eine der schönsten Kirchen für lange Zeit verloren. 1946 errichtet die Friedrich-Schiller-Universität im Kloster eine Spezialklinik für Knochen- und Gelenk-TBC, später wird die Klinik Kreiskrankenhaus. Die Kirche wird teilsweise stark bhaufällig, aber da sie als Heizhaus genutzt wird bleibt sie erhalten und wird nicht abgerissen. Ein seltener Glücksfall!
Nach 1990 beginnen interessierte Kreise die Kirche zu restaurieren und soweit möglich, alte Teile zurück zu erlangen. Heute ist die Kirche soweit wiederhergestellt, daß Besichtigungen und Konzerte durchgeführt werden können.

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