Wallfahrten im Eichsfeld
Wallfahrten gehören über das gesamte Jahr hinweg zum festen Bestandteil des religiösen Lebens im Eichsfeld. Diese Tradition wird seit Jahrhunderten gepflegt und hat besonders in den letzten Jahren eine Wiederbelebung erfahren. Seinen Ursprung hat das Wort Wallfahrt im Althochdeutschen "wallon", daß allgemein reisen und wandern beschrieb.

"Auf Wallfahrten zu gehen ist Ausdruck für das Selbstverständnis katholischer Frömmigkeit"

Dr. Joachim Wanke, Bischof in Erfurt

Im folgenden sollen kurze Beschreibungen einiger wichtiger Wallfahrten folgen, um dem Besucher einen Einblick und die Möglichkeit zu geben, an den Wallfahrten teilzunehmen.

der Hülfensberg mit Wallfahrtskirche "Christus der Erlöser" bei Geismar

Ziel der Wallfahrer ist das romanische, aus der Mitte des 12. Jh. stammende "Hülfenskreuz". Es stellt Christus als goldgekrönten, huldvoll blickenden König und Sieger über den todesfall dar.Weiterhin sehendswert ist das 1933 zu Ehren des Paderborner Bekennerbischofs errichtete Dr. Konrad Martin-Kreuz. Die erste urkundliche Erwähnung als Wallfahrtsstätte stammt aus einer Papsturkunde von 1351.{mospagebreak}

die Kirche "Mariä Heimsuchung" im Klüschen Hagis

Die kleine Barockkirche zwischen Martinfeld und Wachstedt, zu Füßen der Burg Gleichenstein ist der letzte, wenn auch zwischenzeitlich neu erbaute Rest des Dorfes Neuenhagen, das in 14. oder 15. Jh. von seinen Bewohnern verlassen worden ist. Die heutige Kirche stammt aus den Jahren 1768-71 und wurde von Gleichensteiner Amtsvogt Peter Anton Jordans errichtet.

die Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt

Die Leidensprozession am Sonntag vor Ostern geht aus eine Anregung des Mainzer Erzbischofs Daniel Brendel zurück, der im Zuge der Gegenreformation auf dem Eichsfeld die Jesuiten auf Eichsfeld rief, um den "wahren" Glauben wieder herzustellen.

die St.-Antonius-Kirche in Worbis

Die St.-Antonius-Kirche ist zusammen mit einigen Gebäuden die Erinnerung an das 1825 aufgelöste Franziskanerkloster. Das erste Kloster an dieser Stelle wurde 1311 vom Grafen Friedrich von Beichlingen mit Zisterzienserinnen gegründet. Nach der Zerstörung im Bauernkrieg und dem personellen Niedergang wurde es 1540 durch Mainz aufgelöst. Die ersten Franziskaner kamen 1667 nach Worbis und von 1670 bis 1677 wurde die Kirche erbaut.

die Kirche "Maria im Busch" in Dingestädt

Prunkstück der Dingestädter Kriche ist das aus dem 15. Jh. stammende Gnadenbild, daß die trauernde Gottesmutter mit dem Leichnam Christi zeigt. Eine Besonderheit ist der Brauch der Kinder am Ostermontag mit Steckenpferden um die Kirche zu reiten. Verwegene schwedische Reiter sollen im Dreißigjährigen Krieg auf wunderbare Weise daran gehindert worden sein, die Kirche zu entweihen und zu plündern.

Joomla templates by a4joomla