Die Ursprünge des Klosters Gerode gehen auf das im Jahr 1124 zum ersten Mal als villa Gerodia erwähnte Dorf zurück. Dieses Dorf mit Kirche geht später vollständig im Kloster auf. Pabst Urban nennt 1262 ein Kloster Gerode mit einer riesigen Scheune unter seinen Besitzungen. Das Kloster besaß einen eigenen Gerichtsbezirk mit Blutbann und Richtstätte auf dem hohen Iberg nordwestlich von Weißenborn. Zum Gerichtsberzirk gehrörten die Dörfer Lüderode, Weißenborn, Jützenbach, seit 1491 auch Holungen und Bischofferode. Der Gerichtsbezirk wurde wie andere auch 1802 beim Übergang des Eichsfelds in Preußischen Besitz aufgelöst. Insgesamt existierten 4 Kloster Gerode, das erste wurde in der zweiten Hälfte des 11 Jh. von Graf Widelo von Bilstein als Benediktinerkloster gestiftet und mit Gütern ausgestattet. {mospagebreak}

1124 wird es dem Erzbistum Mainz einverleibt. Im Bauernkrieg wird es vollständig zerstört und von Christian von Braunschweig wiederaufgebaut. 1622 im Dreißigjährigen Krieg erfolgte die nächste Zerstörung. Es folgt der Wiederaufbau. 1795 ist der Verfall soweit fortgeschritten, daß der vierte und letzte Neubau unter dem Abt Edwin Otto erfolgt. Aus dieser Zeit stammen das Konventgebäude und die Ruine der Kirche. Die Kirche erscheint eine Nummer zu groß, so daß man sich des Eindrucks nicht erwähren kann, die Mönche wollten Geld unterbringen denn 1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisierung aufgehoben und in eine staatliche Domäne umgewandelt.

Die Kirche war zu dieser Zeit noch intakt und wurde von den Dorfbewohnern mitbenutzt, sehr zum Ärger des damaligen Pächters der Domäne. Er ließ wichtige Teile der Dachkonstruktion entfernen, worauf die Stabilität nachließ und das Dach 1842 abgetragen werden mußte. Den Rest hat der Zahn der Zeit vollbracht. Die Ausstattung der Kirche wurde auf die umliegenden Kirchen verteilt, wo sie z.T. heute noch erhalten sind, so z.B. der Hauptaltar in der Kirche von Struth.

Zur Pflege des Erbes des ehemaligen Benediktinerklosters hat sich unter dem alten Leitspruch der Mönche "Ora et Labora" ein Förderverein gegründet. Anläßlich des 875. Jahrestages der Klostergründung würde ein Wanderausstellung eingerichtet, die die ersten Erfolge im Zusammentragen der verstreuten historischen Quellen dokumentiert. Jeden 1. und 3. Samstag im Monat, oder nach telefonischer Anmeldung werden Führungen veranstaltet, die mit der Historie und dem neuzeitlichen Leben in Gerode bekannt machen.
Kontaktadresse: Ora et Labora gemeinnütziger Verein
An der Pfannenbreite 5, 37345 Gerode
Tel.: 036072 8200

1994 wurde das ehemalige Kloster Gerode vom "Weg der Mitte - Gemeinnütziger Verein für ganzheitliche Gesundheit, Bildung und Soziales" übernommen. Der Name ist im ersten Augenblick nicht besonders vielsagend, konzentriert er doch die Idee und die Ziele der Mitglieder des Verein auf ganze drei Wörter. Etwas ausschweifender erzählt wird vieles klarer. Das Kloster Gerode ist neben Berlin die zweite Niederlassung des "Weg der Mitte". Grundlage des Lebens und der Arbeit ist der Einklang mit der Natur, mit der eigenen und der umgebenden. Es besteht die Möglichkeit hier heilende Hilfe zu finden, Ruhe und Enspannung und zu lernen. Für die Heilung ist die Naturheilkundpraxis zuständig, in der mehrere Therapeuten in verschiedenen Spazialisierungen zur Verfügung stehen, z.B. Akupunktur, Yogatherapie und Bachblütentherapie.

Wer sich näher mit dem Konzept der ganzheitlichen Betrachtung von Körper und Geist befassen möchte, dem seien die Kurse empfohlen. Das Angebot reicht von der Ausbildung zum Heilpraktiker bis zur Azidose-Kur. Wer will kann aber auch nur ganz normal hier einige Tage verbringen und die Ruhe und Entspannung genießen. Zum ehemaligen Kloster gehört ein großer Garten mit Streuobstwiese und etwas jünger ein klassischer Kräutergarten.
Nähere Informationen sind unter
www.wegdermitte.de zu finden.

gerode eingang

gerode kirche2

Joomla templates by a4joomla